Wie geht es Ihrer Familie?
Mein Vater ist Büroangestellter.
Meine Mutter kocht gerne.
Trinkt Ihr Vater Alkohol?
Ich habe einen älteren Bruder und eine jüngere Schwester.
Ist Ihre ältere Schwester verheiratet?
Meine Frau ist Französin.
Was macht Ihr Mann beruflich?
Ich habe zwei Kinder.
Wie alt ist Ihr Kind?
Mein Sohn studiert an der Universität.
Ihre Tochter ist sehr süß.
Ich lebe bei meinen Eltern.
Mein Großvater ist 80 Jahre alt.
Haben Sie Geschwister?
Über die Familie zu sprechen, führt Reisende in Japan in eines der wichtigsten und tief verwurzeltsten soziologischen Konzepte des Landes ein: die strenge Trennung zwischen der eigenen Gruppe ("Uchi" - 内) und Außenstehenden ("Soto" - 外). Die japanische Gesellschaft und damit auch ihre Sprache dreht sich komplett um diese Grenze. Das Vokabular ändert sich völlig, je nachdem, ob Sie über Ihren eigenen inneren Kreis oder den von jemand anderem sprechen. Wenn Sie mit einem Kollegen oder Fremden über Ihre eigenen Familienmitglieder sprechen, müssen Sie bescheidene Begriffe verwenden, um Ihren eigenen Status aktiv herabzusetzen. Zum Beispiel bezeichnen Sie Ihre eigene Mutter einfach als "Haha" (母) und Ihren eigenen Vater als "Chichi" (父). Wenn Sie jedoch nach der Familie einer anderen Person fragen oder sich darauf beziehen, müssen Sie unbedingt ehrenvolle Begriffe verwenden, um deren Status zu erhöhen und Respekt zu zeigen. Die Mutter der anderen Person wird zu "Okaasan" (お母さん) und ihr Vater zu "Otousan" (お父さん). Diese ehrenvollen Begriffe auf die eigene Familie anzuwenden (wie "meine Okaasan" zu sagen), klingt für japanische Ohren unglaublich arrogant und kindisch, als würden Sie Respekt für sich selbst einfordern. Ähnlich verhält es sich beim Ehemann: Für den Mann einer anderen Frau verwenden Sie "Goshujin" (ご主人), für Ihren eigenen jedoch "Otto" (夫). Dieser ständige sprachliche Tanz, bei dem man den Zuhörer erhöht und sich selbst erniedrigt, ist die absolute Essenz der japanischen Höflichkeit. Die Grenze zwischen Uchi und Soto gilt auch am Arbeitsplatz; wenn Sie mit einem Kunden (Soto) sprechen, machen Sie Ihren eigenen Chef (Uchi) klein. Die Beherrschung dieser familiären Begriffe zeigt ein tiefes Verständnis der japanischen sozialen Hierarchie und des Respekts.
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